TIPPS ZUM SCHREIBENLERNEN


Für die Kinder möchte man immer nur das Beste. Doch was ist das, wenn es darum geht, den Sprösslingen das Schreiben beizubringen? Wo ist die Grenze zwischen Ermuntern und Drängen? Wie kann man dem Kind helfen, sich zu entspannen? Hier gibt es einige Tipps und Informationen, was Eltern und Lehrer tun können, um zu helfen und was sie vermeiden sollten.

DEN RICHTIGEN RAHMEN SCHAFFEN

Achten Sie auf eine ideale Tisch- und Stuhlhöhe und kontrollieren Sie diese in regelmäßigen Abständen, denn Kinder wachsen schnell!   richtige Körperhaltung beim SchreibenAuch die richtige Sitzhaltung ist wichtig. Üben Sie mit Ihren Kindern das aufrechte Sitzen mit geradem Rücken: Idealerweise sitzt das Kind aufrecht vor dem Tisch und die Schultern hängen entspannt herab. Tisch- und Stuhlhöhe sind so angepasst, dass die Füße den Boden vollständig berühren. Die Unterarme stehen im 90°Winkel und liegen entspannt auf dem Tisch auf. Der Ellbogen ist nicht angehoben, die Hand übt keinen Druck auf die Unterlage aus.   Auch die richtige Blatthaltung ist für ein entspanntes Schreiben wichtig: Das Blatt muss nicht unbedingt gerade liegen, im Gegenteil! Bei Rechtshändern kann es etwa zu 30 Grad gegen den Uhrzeigersinn verdreht liegen, und Linkshänder tun sich deutlich leichter, wenn das Blatt bis zu 45 Grad im Uhrzeigersinn verdreht liegt.   Schon vor dem Schreiben Lernen kann die dafür benötigte Motorik gezielt mit Hilfe von einfachen Spielen trainiert werden.

WORAUF BEIM ERSTEN MALEN & SCHREIBEN GEACHTET WERDEN MUSS

  • drei-Punkt-Griff beim Schreiben und MalenKinder drücken anfangs oft zu fest auf oder halten den Stift falsch. Üben Sie die richtige Stifthaltungen im Drei-Punkt-Griff zusammen mit Ihrem Kind. Was einmal falsch angewöhnt ist, ist schwer wieder umzugewöhnen.
  • Um Verkrampfungen vorzubeugen, machen Sie zwischendurch Entspannungsübungen.
  • Das Schreibenlernen kann mit Anlauttabellen erleichtert werden, da die Kinder zu dem jeweiligen Buchstaben ein Bild von einem Gegenstand oder Tier vor Augen haben, das sie sich einprägen können.
  • Loben Sie ihre Schreibanfänger für ihre Bemühungen und sehen Sie über Rechtschreib- und Schönheitsfehler hinweg.
  • Nehmen Sie die Kinderfragen zur Welt des Schreibens und Lesens ernst und geben Sie geduldig Auskunft.

WELCHE STIFTE WANN SINN MACHEN

  • Grundsätzlich ist es bei einer nicht vollständig ausgebildeten motorischen Fähigkeit der Hand – wie sie bei Kindern praktisch immer vorliegt – zu empfehlen, Bleistifte zu verwenden, die dicker sind als herkömmliche Erwachsenenstifte, also ein dicker Dreikantstift oder besser noch dicker Druckbleistift
  • Außerdem ist es sinnvoll, Stifte auszuwählen, die einen guten Halt geben und nicht wegrutschen. Es empfiehlt sich also die Verwendung von Griffzonen, die genau auf die Handgröße und Händigkeit (L oder R) des Verwenders ausgelegt sind und zudem idealer Weise gummiert sind.
  • Weiterhin sollte eine möglichst robuste, bruchsichere Mine verwendet werden.
  • Verwenden Sie Stifte, die ein gutes haptisches und akustisches Feedback geben, bei denen man also die Begungen des Stiftes beim Schreiben hört und spürt. Dies unterstützt v.a. dann, wenn eine visuelle Kontrolle mit den Augen aufgrund der zunehmend steigenden Geschwindigkeit beim Schreiben immer schwieriger wird.
  • Es empfiehlt sich nach dem Bleistift zunächst mit einem ergonomischen Rollerball auf das Schreiben mit Tinte überzugehen und nicht gleich auf den Füller zu wechseln. Der Rollerball ist prinzipiell ähnlich druckunempfindlich wie ein Bleistift, schreibt ebenfalls mit einem hohen Neigungswinkel und ist – bei der richtigen Tintendosierung die bei dieser Technologie bewusst niedrig eingestellt werden kann und nicht vom Schreibdruck abhängt – deutlich weniger anfällig für Verschmieren als ein Füller. Gerade bei Linkshändern ist das ein wichtiger Faktor. Dennoch ermöglicht er, Erfahrung mit Tinte zu sammeln und verlangt vom Kind mehr Kontrolle und Konzentration. Aber eben in deutlich niedrigerem Maß als der Füller.
  • Der Füller ist eine der am schwersten zu beherrschenden Schreibtechnologien und kann die Kinder überfordern, wenn er zu früh eingesetzt wird. Er schreibt nur in einem gewissen Druckspektrum (zu wenig und er schreibt nicht, zu viel und die Feder spreizt sich und er patzt), kann durch zu hohen Druck permanent beschädigt werden und schreibt grundsätzlich in einem deutlich kleinerem Neigungswinkel. Das Kind muss also permanent darauf achten wie es sein Schreibgerät führt. Das bindet Kapazitäten im Gehirn und erschwert das Konzentrieren auf Inhaltliches.
  • Nachdem das Kind die nötigen Grundlagen erlernt hat (also beim Schreiben Formen, Größe, Tempo, und Druck variieren kann) und dabei ein automatisiertes motorisches Programm zum Schreiben entwickelt hat, ist die Basis gelegt, um die eigene Schrift auszudifferenzieren und zu individualisieren. Hierfür ist die Verwendung des Füllers beim Schreiben sinnvoll.
  • Mit diesem “sanften Übergang” vom Bleistift über den Rollerball hin zum Füller werden die Kinder gefordert, aber nicht überfordert und wird die Ausbildung einer schnellen, gut lesbaren Handschrift unterstützt.

WAS MAN VERMEIDEN SOLLTE

Im Schreiblernprozess der Kinder gibt es auch einiges, was man falsch machen kann. Dies kann zur Entmutigung der Kleinen führen. Um das zu verhindern, gibt es Einiges was Erziehungspersonen nicht tun sollten:

  • Wenn Sie bemerken, dass ihr Kind linkshändig ist, unterbinden Sie dies auf keinen Fall, sondern unterstützen Sie die Händigkeit.
  • Natürlich möchte man, dass das eigene Kind gut und schnell vorankommt. Aber überfordern Sie Ihre Schützlinge nicht durch zu hohe Anforderungen.
  • Übergehen Sie die auftauchenden Fragen Ihrer Kinder nicht, wie etwa: „Was steht da?“ oder „Welcher Buchstabe ist das?“ Eine informative Antwort trägt zum Lernprozess Ihres Kindes bei.
  • Geben Sie Ihren Kindern nicht zu schwere Aufgaben, sondern stecken Sie erreichbare Ziele, um die Schreibanfänger nicht zu demotivieren.
  • Achten Sie am Anfang nicht auf jede Kleinigkeit, sondern loben Sie das allgemeine Bemühen Ihres Kindes.
  • Verunsichern Sie Schreibanfänger nicht durch Hinweise auf die gemachten Rechtschreibfehler.

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